Khulumani Support Group

Tätigkeit: Eintreten für die Rechte von Apartheidopfern und Selbsthilfe
Projekt: Cape Town Support Centre
Ort: Südafrika, Kapprovinz
Beteiligte: Selbsthilfeorganisation von Apartheidopfern
Gegründet: 1995
fepa-Partner seit: 2004
Betrag 2009: CHF 18'000


Die Selbsthilfeorganisation Khulumani wurde 1995 während der Tätigkeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission von Überlebenden von schweren Menschenrechtsverletzungen und deren Familien gegründet. Die Betroffenen wollten damit erreichen, dass über das geschehene Unrecht gesprochen und den Opfern Hilfe zu Teil wird. Im Western Cape umfasst Khulumani heute rund 10’000 Mitglieder. Auch heute noch lassen sich Opfer neu in der Datenbank der Organisation registrieren, denn vor allem in ländlichen Gebieten geht es lange, bis die Betroffenen entsprechende Informationen erhalten. Seit 2003 werden die Aktivitäten für das Western Cape von einem Büro in Kapstadt aus koordiniert, das vom fepa finanziert wird. Mit gegenseitiger Hilfe und teilweise unter fachlicher Anleitung versucht Khulumani zur Heilung der erlittenen körperlichen und psychischen Schäden beizutragen, damit ein einigermassen normales Leben möglich wird. Khulumani versteht sich als Stimme der Opfer und tritt für deren Recht auf Entschädigung ein. In der Öffentlichkeit und gegenüber der Regierung vertritt Khulumani die Interessen der Opfer. So hat sich die Organisation 2008 gerichtlich gegen eine von der Regierung Südafrikas verfügte Generalamnestie gewehrt, die für schwere Menschenrechtsverletzungen völlige Straffreiheit bedeuten würde. Gedenktage wie der Internationale Tag der Menschenrechte am 21. März oder der Internationale Tag der Folteropfer am 26. Juni sind bedeutende Anlässe für Khulumani. 2009 sind insgesamt acht Aktivitäten zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit geplant.
Mehr dazu auch unter: www.khulumani.net


Newsarchiv

31. März 2009 | Südafrikanischer Vorstoss zu den schweizerischen Beziehungen zum Apartheidregime

Der schweizerische Botschafter Rudolf Bärfuss erhielt am 31. März 2009 ein von zahlreichen Persönlichkeiten aus der südafrikanischen Zivilgesellschaft unterzeichnetes Memorandum, das die Schweizer Regierung auffordert zu den Ergebnissen des 2005 veröffentlichten nationalen Forschungsprogramm NFP42+ Schweiz – Südafrika Stellung zu beziehen. Ausserdem fordern die Unterzeichnenden des Memorandums eine umfassende Aufarbeitung der noch offenen Fragen zu den Beziehungen Schweiz - Südafrika während der Apartheid und die Aufhebung der im April 2004 verhängten Archivsperre. Der Bundesrat wird aufgefordert, das Recht der Opfer und Überlebenden zu anerkennen, Wiedergutmachung für die erlittene Gewalt zu suchen.
Mehr dazu unter: www.apartheidreparations.ch

November 2006 | Der Bundesrat soll sich bei den Apartheidopfern entschuldigen und Wiedergutmachung leisten

268 Persönlichkeiten und 17 Organisationen aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kultur, Kirche und Entwicklungszusammenarbeit - darunter auch der fepa - verlangen in einem offenen Brief, dass sich der Bundesrat bei den südafrikanischen Opfern schwerer Menschenrechtsverletzungen für seine Politik während der Apartheid entschuldigt und Entschädigungen ausrichtet. Der Brief wurde genau ein Jahr nach der Veröffentlichung der Resultate des Nationalen Forschungsprogramms Schweiz-Südafrika eingereicht, das eine intensive Zusammenarbeit der Schweiz mit dem Apartheidstaat belegte. Der Bundesrat hatte sich geweigert, zu den Resultaten der Forschung Stellung zu beziehen.
Mehr dazu unter: www.apartheid-reparations.ch